Bernhard Huber

Bernhard Huber

Baden

Kein anderes Anbaugebiet in Deutschland ist geografisch so langgezogen wie Baden. Vom badischen Frankenland bis zur Schweizer Grenze bei Basel gedeihen die Reben. Klimatisch besonders begünstigt sind die Burgundersorten. Spitzenwinzer und Spitzengastronomie gehen hier eine in Deutschland einmalige Symbiose ein. In der Vorbergzone des Schwarzwaldes zwischen Freiburg und Offenburg liegt die Spitzenlage „Malterdinger Bienenberg“. 

Vor über 700 Jahren brachten Zisterziensermönche den Spätburgunder nach Malterdingen. Der Gutshof der Mönche, „curia“ genannt, befand sich im Gewann Mönchhofmatten. Dort liegt heute das Weingut Huber. Die Mönche trafen in Malterdingen auf das gleiche Terroir, den „Muschelkalkverwitterungsboden“, wie in Burgund. Und sie brachten die hohe Schule des Weines mit. In Rebsortenbüchern und diversen Weinlexika findet sich für den Spätburgunder als Synonym die Bezeichnung „Pinot-Noir“ und „Malterdinger“. 

Im Sortenspiegel des 28 Hektar umfassenden Gutes befindet sich hauptsächlich Spätburgunder (70%), und Chardonnay (15%) sowie Weißer-(7%) und Grauer Burgunder (7%).  

Zum Winzer

Spätestens seit Bernhard Huber 1990 den ersten Platz beim Vinum - Rotweinpreis errang kennt die Weinwelt das Weingut Huber und das beschauliche Malterdingen. Innerhalb eines Jahrzehnts schaffte es der, trotz der Erfolge bescheiden gebliebene, Badener sich in der Spitzengruppe deutscher Winzer zu etablieren. Bernhard Huber und seine Frau Barbara haben es geschafft, dass der „Malterdinger“ wie in vergangenen Jahrhunderten ein Synonym für erstklassigen Pinot Noir ist.

Viel zu früh verstarb Bernhard Huber im Juni 2014. Sein Sohn Julian übernahm die Federführung in den Weinbergen und dem Keller bereits während seines Oenologiestudiums. Die Handschrift des jungen Winzers ist bereits mit dem Jahrgang 2013 zu erkennen. Zusammen mit seiner Mutter Barbara Huber unterstützt von einem engagierten Team wird das Malterdinger Weingut weitergeführt. 

Weinberg

Die Unterschiede der Muschelkalkverwitterungsböden, das Alter der Reben, eine geringe Stockbelastung durch enge Pflanzabstände, gesundes Lesegut, geschmackliche Reife und das sorgfältige Herausarbeiten der Lagentypizitäten sind hier wichtige Qualitätsparameter. 

Individueller Schnitt jedes einzelnen Rebstocks mit der Zielausrichtung: kleine Erträge mit sehr geschmacksintensiven Trauben. Im Durchschnitt werden 4-7 Augen pro m²angeschnitten.

„Grüne Ernte“ Ende Juli bis Anfang August. Feinste Klone aus Burgund auf schwach wachsenden Unterlagen.

Vinifikation

Julian Huber: "Offene spontane Maischegärung von 23 Tagen. Wenig Bewegung im Keller durch arbeiten mit Falldruck. Lange Reifung der Weine auf der Feinhefe. 18 - monatiger Barriqueausbau, natürliche, späte malolaktische Gärung im Frühjahr/Sommer des Folgejahres. Wir warten die natürliche Selbstklärung der Weine ab, welches Geduld erfordert, die sich jedoch lohnt. Somit kommen seit 1988 die besten Spätburgunder unfiltriert auf die Flasche. Mittlerweile werden alle Spätburgunder- und Chardonnayweine unfiltriert gefüllt. Die Chardonnay reifen bis zu 14 Monate auf der Vollhefe in 1/3 neuen und 2/3gebrauchten französischen Eichenholzfässern. Dichte, Komplexität, Nuancenreichtum und Eleganz sind die Attribute, die wir mit unseren Weinen  verbinden. Hinzu kommt das sorgfältige Herausarbeiten der Lagentypizität. Ein großer roter Burgunder muss immer auch elegant und fein sein und vor allem gut altern können."